Gehabte Freuden
31.Juli/1August: Unsere Reise nach Locarno und nach Broglio in der Valle di Maggia
Wie nur sind wir an diesen wahrlich abgelegenen Ort gekommen? Ueli Rüfenacht, unser Präsident, hatte von Swissmilk den Auftrag, auf dem Hof der Familie Giulia und Nelsen Ernst einen Milchkiosk aufzustellen. Die jungen Bauern organisierten auf ihrem Hof einen Bauernbrunch zum 1.August. Wir durften, neben einer Tessiner Harmonikagruppe, für die musikalische Unterhaltung sorgen.
Am Freitag ging die Fahrt (über den Gotthardpass) zuerst auf die Insel Brissago und dann nach Locarno, an die Piazza Grande, wo die Vorbereitungen für das Filmfestival auf Hochtouren liefen. Am Samstag dann gings ins malerische - und sehr trockene - Maggiatal hinein und hinauf nach Broglio, auf den Geissenhof der Familie. Die 120 Ziegen waren auf der Alp, und so konnte der Stall, professionell und liebevoll zurechtgemacht, als Festhütte verwendet werden. Am 1. August waren wohl zwei Dutzend Freiwillige daran, den Tag für die Besucherinnen und Besucher vorzubereiten.
Im Verlauf des Tages sangen wir um die zehn Lieder, darunter auch die Landeshymne, zweisprachig mit unsern Gastgebern. Ein schöner Moment. Einige Dinge sind uns in besonderer Erinnerung geblieben.
- Weil unser Reisecar die engen Strassenkehren vor Broglio nicht bewältigen konnte, organisierte Giulia Ernst kurzerhand ein Privattransport organisiert. Wenige Minuten nach dem Hilferuf von Ueli brausten ein halbes Dutzend Autos im Caracho um die engen Kurven. Tre! Due! Quattro! Wir waren schnell alle verstaut.
- Giulia, die junge Bäuerin, die ihre Augen überall hatte, organisierte, Befehle rief, Fragen beantwortete, und doch Zeit für herzhafte Umarmungen fand.
- Die Kinderbahn aus ausrangierten, farbig bemalten Oelfässern.
- Das wirklich phantastische Risotto, das zusammen mit geschmorten Schweinsbäggli allen 350 Besuchern und Teilnehmenden serviert wurde.
- Die grosse Gruppe von Harleyfahrern aus dem Tessin und dem Wallis, die mit ihren dröhnenden Motoren einen vielbeachteten Auftritt hatten.
- Die ruhige Gelassenheit der Menschen, die es in Kauf nahmen, dass es beim Morgenbuffet und bei der Risottoausgabe zu Wartezeiten kam.
- Der Lebensmut der Anwesenden, die es hier, weitab von Stadt und Industrie, verstehen, schöne Fest zu feiern.
Die Rückfahrt nach Bern (unsere Chauffeur hatte den Reisecar in der Zwischenzeit gewendet) verlief
ähnlich flott wie die Hinfahrt. Wir fuhren beim Gotthard wiederum obendurch, diesmal allerdings ohne Kaffeepause. Und als wir am Frienisberg ankamen, waren die Felder immer noch sehr sehr trocken.